Tshikapa - Reisebericht Teil 12

Tag 24, Dienstag, 13.12.

Heute fährt Torsten mit zehn weiteren Personen nach Lunyeka, eine Ansiedlung weit außerhalb, die sich dringend Wasser wünschen. Der Weg ist mehr als abenteuerlich. Mehr als 50 km geht es über Erosionshalden, durch Flussbetten und über Sandpisten. Mehrmals muss gegraben werden um weiter zu kommen. Viele junge Männer schieben Fahrräder mit Kanistern und Säcken, wohl z.T. Schmuggelware aus Angola. Dieses beschwerliche Unterfangen kostet die Männer oft mehrere Tage, in denen sie am Weg draußen übernachten. Torsten fällt überall als „Weißer“ auf und wenn er auf Tshiluba grüßt und sich bedankt, freuen sich die Menschen riesig. Ein Junge rennt zitternd davon, als er ihn sieht. Er hat große Angst, denn er hat noch nie einen „Weißen“ gesehen. Die Gruppe fährt nun durch atemberaubende Vegetation, schließlich durch einen Wald und erreicht den Ort erst, als es schon dunkel ist. Überschwänglich werden sie begrüßt. Immer mehr Menschen kommen zusammen, die Atmosphäre ist sehr freundlich und angenehm. Nach einem Essen mit ziemlich sandigen Termiten übernachtet die ganze Gruppe in einem Gebäude ohne befestigten Boden. An Zähne putzen oder Waschen ist nicht zu denken. Ein Plumpsklo steht immerhin zur Verfügung.

Tag 25, Mittwoch, 14.12.

Mit den ersten Sonnenstrahlen beginnt die Arbeit des Geophysik-Teams in Lunyeka. Die Kinder gehen zur Schule, doch diese ist hier oft nicht mehr nicht mehr als ein Platz, der mit Zweigen abgesteckt ist. Die Qualität des Unterrichts ist auch sehr zweifelhaft. Viele Erwachsene können weder rechnen noch schreiben. Alle Leute sind sehr nett und neugierig und suchen den Kontakt zu dem Europäer. Torsten schaut sich in der Gegend um und sieht, wie am Wegrand geschlachtet wird. Die Frauen amüsieren sich über Torsten und sprechen ihn an. Schließlich ist es Zeit für die Rückreise. Doch der Anlasser des Landrovers funktioniert nicht mehr. Auch ohne Werkstatt kann dieser repariert werden. Eine trostlose Rückreise durch den Regen beginnt, vorbei an Lehmhütten mit schlammigen Vorplätzen. So viel Armut. Als die Gruppe Tshikapa erreicht, ist das Gebäude für die Elektronik fast fertiggestellt.
   

 

 

 

 

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